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EXPOSÉ

Wie schreibt man ein Exposé für die Abschlussarbeit?

Ein Exposé ist ein kurzes Dokument (eine Seite), das dir und deinen Betreuer*innen hilft zu verstehen, worum es in deiner Abschlussarbeit gehen wird. Es ist eine Mischung aus Konzept, Plan und erster Recherche. Es muss nicht perfekt sein, aber klar, fokussiert und überzeugend.

Dein Exposé sollte vier zentrale Elemente auf einer Seite enthalten – plus zwei optionale Ergänzungen:

Zentrale Elemente (eine Seite)

Thema & Forschungsfeld

Woran arbeitest du? Schreibe in ein paar Sätzen, was das übergeordnete Thema oder Feld ist, das dich interessiert. Füge Zitate der wichtigsten Forschungen, Bücher, Kunstwerke oder Designprojekte hinzu, die in diesem Feld relevant sind. Diese Zitate verankern dein Projekt im größeren Forschungs- und Gestaltungsfeld. Sie sind dein Ausgangspunkt. Wähle sie mit Bedacht – und kenne die Arbeiten gut.

Beispiele:

„Mein Thema ist Datenpoesie in räumlichen Installationen. Ich interessiere mich besonders für Arbeiten, die abstrakte Daten in sinnliche Erfahrungen übersetzen. Das bezieht sich auf Projekte wie Refik Anadols ‚Data Sculptures‘ und Theorien aus Johanna Druckers Graphesis.“

„Ich untersuche visuelle Werkzeuge für die Klimakommunikation. Mein Fokus liegt auf dem Anstieg des Meeresspiegels und wie dieser besser öffentlich vermittelt werden kann. Ich beziehe mich auf Arbeiten wie die ‚Sea Level Rise Map‘ von Climate Central und Texte von Kate Crawford und Benjamin Bratton zur planetaren Gestaltung.“

Ziel der Arbeit

Beschreibe in wenigen Sätzen, was du tun oder erforschen möchtest. Was willst du zum gewählten Thema beitragen? Wo setzt du an und wo willst du hin? Dein Ziel kann künstlerisch, theoretisch oder praxisorientiert sein. Erkläre, was du am Ende deiner Arbeit herausfinden willst – und warum!

Beispiele:

„Ich möchte untersuchen, wie Daten zu einer poetischen Form in räumlichen Installationen werden können. Obwohl Daten uns ständig umgeben, interagieren wir kaum auf poetische Weise mit ihnen.“

„Ich werde ein Tool entwerfen, das Laien hilft, den Meeresspiegelanstieg visuell zu verstehen. Der Anstieg des Meeresspiegels ist ein enormes Problem für kommende Generationen und wird in den Medien stark unterrepräsentiert.“

Forschungsfrage

Formuliere eine klare Frage, die dein Projekt leitet. Sie sollte spezifisch genug sein, um Orientierung zu geben, aber offen genug, um kreative Erkundung zu ermöglichen.

Beispiele:

„Wie können abstrakte Daten in poetische, räumliche Erfahrungen übersetzt werden, die das Publikum emotional ansprechen?“

„Wie können interaktive Visualisierungen Laien helfen, die langfristigen Folgen des Meeresspiegelanstiegs besser zu verstehen?“

Literatur & Referenzen

Füge 2–5 Referenzen hinzu, die für dein Thema wichtig sind. Das können wissenschaftliche Texte, Künstlerinnen, Designerinnen, Projekte, Ausstellungen oder relevante Theorien sein. Verwende einen einfachen Zitierstil – empfohlen wird der Harvard-Zitierstil.

Beispiele:

Optionale Ergänzungen

Diese Teile sind nicht verpflichtend, helfen dir aber später im Prozess sehr. Sie sollten nicht auf der ersten Seite stehen.

Erste Gliederung (Outline)

Skizziere mögliche Kapitel oder Abschnitte deiner Arbeit. Diese Struktur wird sich wahrscheinlich noch verändern, aber sie gibt dir (und uns) eine erste Orientierung.

Beispiel:

  1. Einleitung
  2. Hintergrund und Kontext
  3. Fallstudien
  4. Künstlerische Experimente
  5. Diskussion
  6. Fazit

Zeitplan

Plane grob, wann du welche Phase deiner Arbeit angehst: Wann willst du die Recherche abschließen? Wann beginnst du mit der Gestaltung oder Umsetzung? Wann willst du schreiben? Notiere, wie viele Wochen du insgesamt hast, und setze dir Meilensteine. Das hilft auch, unsere gemeinsamen Treffen besser zu planen.

Beispiel-Zeitplan:
Woche 1–2 – Exposé finalisieren, zentrale Literatur sichten
Woche 3–5 – Recherche & Skizzen
Woche 6–9 – Prototyp / Installation entwickeln
Woche 10–12 – Testen, reflektieren, iterieren
Woche 13–15 – Dokumentation abschließen, Abgabe vorbereiten

Mach dir keinen Stress mit Perfektion. Das Exposé ist ein Werkzeug, um deinen Einstieg zu erleichtern – kein endgültiger Vertrag. Es soll klar, reflektiert und gut begründet sein – aber auch persönlich und offen für Veränderung.